ÿþ<html> <head> <title>HUmmel Antifa - antifaschistische Hochschulgruppe der Humboldt-Universit0 t zu Berlin</title> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="../seiten/format.css"> <style type="text/css"> </style> </head> <body> <!-- 0 uûere tabelle anfang--> <!-- kopfzeile --> <table class="grosse_tabelle"> <tr class="oben"> <td colspan="3"> </td> </tr> <!-- mittlere zeile --> <td class="linker_rand"> </td> <td class="mitte"> <!-- mittlere tabelle anfang--> <table class="mittlere_tabelle"> <!-- logo --> <tr class="logo"> <td> <img src="../logo/logo1.gif" class="logo" height="100px" width="800px" alt="Logo der HUmmel antifa"> </td> </tr> <!-- untermenue --> <tr class="untermenue"> <img src="../bilder/home.gif" class="logo" height="25px" width="75px"> <img src="../bilder/text.gif" class="logo" height="25px" width="75px"> <img src="../bilder/links.gif" class="logo" height="25px" width="75px"> <img src="../bilder/about.gif" class="logo" height="25px" width="75px"> <td> </td> </tr> <!-- hauptteile --> <tr class="haupt"> <td> <table border="0px" width="800px" class="haupt"> <tr> <!-- tabelle f¸r den hauptteil der seits --> <table border="0px" width="800px" class="haupt"> <tr> <td colspan="3">&nbsp; </td> </tr> <tr> <td width="2%">&nbsp; </td> <!-- textfeld --> <td width="96%"> <table width=100% border="0px"> <tr>&nbsp; <!-- ARITKEL TEXT linke spalte --> <td class="artikel" width="68%"> <h1>"Boykottiert Israel!“</h1> <h2> Oder wenn Antisemitismus an Hochschulen konkret wird</h2> <h3>Von von Antonia Berger, HUmmel Antifa aus dem September 2002</h3> <p class="autorin"></p> <p class="druck"><a href="javascript:window.print()">[print]</a>&nbsp;<a href="boykottiert%20israel.pdf" target="_blank">[pdf]</a></p> <p>Im April 2002 ver&ouml;ffentlichte die britische Zeitung "The Guardian“ einen Leserbrief des Professorenehepaares Rose, in welchem die beiden zu einem Moratorium der Wissenschafts- und Kulturbeziehungen zwischen Europa und Israel aufriefen, solange bis Israel sich an die UN- Resolutionen halte und ernsthafte Friedensgespr&auml;che mit den Pal&auml;stinensern beginnen w&uuml;rde. So sollten alle Verbindungen zu Israel auf internationaler und nationaler Ebene abgebrochen werden. Diese Petition z&auml;hlte zu Beginn 125 ErstunterzeichnerInnen, schon einige Monate sp&auml;ter kamen 500 weitere dazu. Es blieb jedoch nicht bei Verlautbarungen.</p> <h3>Auf Worte folgen Taten</h3> <p>Zwar betonten die VerfasserInnen zu Beginn noch, dass sie weiter auf individueller Basis mit israelischen WirtschaftskollegInnen zusammenarbeiten w&uuml;rden. Die Folgen ihres Aufrufes entpuppten sich jedoch als offener Antisemitismus. So erhielt ein israelischer Autor der Zeitschrift "Political Geography“ seinen Artikel ungelesen zur&uuml;ck. Die Begr&uuml;ndung lautete, dass Zuschriften aus Israel zuk&uuml;nftig nicht mehr ber&uuml;cksichtig werden. Die Sprachwissenschaftlerin Mona Baker aus Manchester warf zwei israelische Mitarbeiter aus dem Beratungsgremium der von ihr herausgegebenen Zeitungen heraus. Auch sie ist eine Unterzeichnerin der Petition, deren pers&ouml;nliche Auslegung es ihr nun nach eigener Aussage unm&ouml;glich mache, mit "Repr&auml;sentanten israelischer Universit&auml;ten zusammenzuarbeiten“. Ihr Kollege, Michael Sinnott, bezeichnete Israel als "Spiegelbild des Nationalsozialismus“. Kurz darauf entschuldigte er sich: Er w&auml;re so erz&uuml;rnt &uuml;ber die "Kampagne der Presseaufwiegelung“ gegen seine Kollegin Baker gewessen, dass ihm das "herausgerutscht“ sei. Die angebliche Kampagne gegen seine Kollegin analysiert er f&uuml;r sich als Ergebnis einer j&uuml;dischen Verschw&ouml;rung.</p> <p>Unterst&uuml;tzung erf&auml;hrt der Boykott auch von Seiten der Studierendenschaften, die f&uuml;r sich die Konsequenz daraus zogen, in einigen Mensen keine israelische Nahrungsmittel mehr zu nutzen und somit kein koscheres Essen mehr zu verkaufen. Mittlerweile haben israelische Studierende sogar Probleme jemanden zu finden, der ihnen ein Gutachten f&uuml;r ihre Diplomarbeiten schreibt. Im ersten Moment mag es noch verwundern welche Eigendynamik dieser Aufruf mit sich gezogen hat. In Wirklichkeit sind die geschilderten Reaktionen jedoch die logische Konsequenz. Der Aufruf polarisiert durch das Fehlen der relevanten Fakten einseitig zugunsten der Pal&auml;stinenserInnen und weist antisemitische Z&uuml;ge auf, die die Vorstufe zum offenen antisemitischen Agieren sind.</p> <h3>Es geht um Israel</h3> <p>Der Boykott von Lehrenden aus Israel, die als VertreterInnen f&uuml;r die vermeintlichen "Verbrechen“ ihrer Regierung b&uuml;ssen sollen meint einen Boykott Israels als solches. Es handelt sich jedoch bei Israel nicht um irgendeinen Staat. Der Boykott richtet sich gegen den Staat, der historisch als Schutzraum vor Antisemitismus und f&uuml;r die von Antisemitismus Verfolgten gegr&uuml;ndet wurde.Aus diesem Grund muss Israel unbedingt erhalten und als Konsequenz auch verteidigt werden.</p> <p>Diese Tatsache wird in dem Aufruf nicht nur ignoriert, zus&auml;tzlich wird Israel zu "ernsthaften“ Friedensverhandlungen aufgefordert. Diese Aufforderung unterstellt, dass einzig die mangelnde Friedensbereitschaft Israels das gro&szlig;e Problem w&auml;re, was es zu l&ouml;sen gilt.<p> <p>Unerw&auml;hnt bleibt die Existenz einer islamistischen Bewegung, die den Staat Israel in seiner Existenz und seit seiner Gr&uuml;ndung 1948 ausl&ouml;schen will. Aus diesem Grund reagieren islamistische Gruppierungen auf jede Friedensbem&uuml;hung Israels mit Selbstmordanschl&auml;gen, deren einziges Ziel es ist, so viele j&uuml;dische Menschen wie m&ouml;glich umzubringen.<br> Diese Tatsache wird nicht problematisiert, sondern in Israel ist f&uuml;r die Unterzeichnerinnen der Schuldige bereits gefunden.</p> <p>Durch diese einseitige Darstellung wird Partei f&uuml;r eine antiemanzipatorische Bewegung ergriffen, deren Kern ein eliminatorischer Antisemitismus ist.</p> <p>In der Petition wird weiter auf die UN- Resolutionen hingewiesen, an die Israel sich ihrer Meinung nach zu halten habe. Wer nur ein bischen hinterfragt, welche Position die UN bez&uuml;glich Israel einnimmt kommt sehr schnell dahinter, dass diese nicht die objektive Instanz einnimmt, die ihr gerne zugeschrieben wird. 1975 wurde mit einer 2/3 Mehrheit verabschiedet, dass der Zionismus mit dem Rassismus gleichzusetzen sei. Diese Resolution wurde erst 1991 aufgehoben, jedoch folgten w&auml;hrend des Scheiterns des Friedensprozesses einseitige Verurteilungen Israels. Ein gutes Beispiel f&uuml;r die Dominaz antizionistischer Positionen in der UN gab die UN im Rahmen der Konferenz 2001 in Durban. Denn dort wurde auf Bestreben der arabischen Staaten hin Israel als einziger Staat als ein "Apartheidsregime“ deklariert. Kein Wort wurde dar&uuml;ber verloren, dass es sich bei Israel um den einzigen b&uuml;rgerlich-demokratischen Staat in der Region handelt, der all den Menschen die unter totalit&auml;ren islamistischen Regimen keine Chance haben, zum Beispiel Homosexuellen, eine Zuflucht bietet. Und nat&uuml;rlich wurden auch die Sicherheitsbed&uuml;rfnisse Israels auf der Konferenz nicht ber&uuml;cksichtigt. Die Beschwerden der Pal&auml;stinenserInnen dagegen schon.</p> <p>Das scheint den Verfasserinnen auch keine Erw&auml;hnung wert zu sein. Hinzu kommt dass dieser Boykottaufruf dem nationalsozialistischen Aufruf "Deutsche, wehrt euch- Kauft nicht beim Juden!“ gleicht. Damals war der Boykottaufruf die Einleitung zum Holocaust.</p> <h3>Blick auf Deutschland</h3> <p>In Deutschland ist die Petition kaum auf Resonanz gestossen. Die Berlin- Brandenburgische Akademie der Wissenschaften distanzierte sich davon und in Berlin unterzeichneten diese genau zwei Lehrende: Elvira Scheich von der Technischen Universit&auml;t und David Evans von der Technischen Fachhochschule. Eine besondere Qualit&auml;t hat diese Petition dennoch, da sie ein Spiegelbild f&uuml;r einen zunehmenden europ&auml;ischen Antisemitismus ist. Aus diesem Grund mu&szlig; dieser Aufruf trotz seiner geringen Resonanz in Deutschland auch und gerade hier ernstgenommen werden und die antiemanzipatorische Ideologie dahinter bek&auml;mpft werden.</p> </td> <td width="2%"> </td> <!-- rechte spalte in der haupttabelle f¸r randglossen --> <td class="randglossen" width="28%"> <br> <h4>Aufruf und Unterschriftenliste</h4> <p>Der Aufruf und die Unterschriftenlisten sind unter <a href="http://pjpo.org.appelinst.html" target="_blank">http://pjpo.org.appelinst.html</a> zu finden.</p> <h4>Nachweis</h4> <p>Dieser Text ist im AntifaJugendInfo zur Antifaschistischen Aktionswoche 2004 erschienen. Weitere Informationen dazu unter: <a href="http://www.antifawoche.de/" target="_blank">www.antifawoche.de</a> </td> <td width="2%">&nbsp;<br>&nbsp; </td> </tr> <tr> <td> </td> </tr> </table> <table border="0px" width="200px" class="haupt"> <tr> <td colspan="3">&nbsp; </td> </tr> <tr> <td width="2%">&nbsp; </td> </table> </td> <!-- fuûzeile --> <tr class="fusszeile"> <td colspan="3"> &copy; HUmmel Antifa - antifaschistische Hochschulgruppe der Humboldt-Universit&auml;t zu Berlin<br> www.hummel-antifa.de.vu <br>&nbsp; </td> </tr> </table> <!-- mittlere tabelle ende --> <!--rechter rand --> </td> <td class="rechter_rand"> </td> </tr> <!-- endzeile --> <tr class="unten"> <td colspan="3"> </td> </tr> </table> <!-- 0 uûere tabelle ende --> </body> </html>