Selbstopfer oder Gottesmord? Zum Urgrund des Antijudaismus im selbstvergessenen Christentum

Vortrag und Diskussion mit Thomas Maul

Dienstag, 18. Oktober 2011 ab 20.00 Uhr in der Humboldt-Universität - Raum 2014A

In ihren Aktivitäten und Verlautbarungen gegen den Berliner Papst-Besuch hat sich die radikale wie gemäßigte Linke wieder einmal als Feind jeder "menschlichen Emanzipation" (Marx) erwiesen. Weil sie das theologische Erbe des Messianismus als Voraussetzung vernünftiger Gesellschaftskritik so blindwütig ausschlägt wie sie die zivilisatorischen Errungenschaften des Christentums verdrängt, pervertiert sie die materialistische Kritik der Religion zum antireligiösen Ressentiment bzw. plumpen Dorfatheismus. Ebenso hat diese Linke aus der notwendigen Kritik des Antisemitismus, die einmal dem Kategorischen Imperativ Adornos verpflichtet war, eine bloße Jagd auf Antisemiten gemacht. Dabei verharmlost die Verklärung Josef Ratzingers zum Ober-Antisemiten nicht nur den Antisemitismus als gesamtgesellschaftliches Problem, dessen hegemoniefähige und daher – zumindest gegenwärtig – relevanteste Erscheinungen die sogenannte Israelkritik (Westen) und praktizierte Ermordung von Juden (Islamismus und Arabismus) darstellen; auch und gerade das kritikbedürftige historische wie aktuelle Verhältnis des Christentums und der Kirche insgesamt zum theologischen Antijudaismus als Wegbereiter des modernen Antisemitismus wird so desartikuliert. Demgegenüber hat die bürgerliche Antijudaismusforschung zwar den Vorteil, dieses Verhältnis ins Zentrum der Kritik zu rücken; indem sie aber den Antijudaismus – vermeintlich radikal – aus dem Neuen Testament ableitet, mithin zum "Wesen des Christentums" erklärt – und soweit gehen mittlerweile sogar "aufgeklärte" Theologen! – schießt sie übers Ziel hinaus: der antijüdische Affekt wird rationalisiert, die jüdischen Protagonisten des Urchristentums erscheinen als die ersten Antisemiten.

Dagegen wird Thomas Maul zu zeigen versuchen, dass der Gottesmordvorwurf an die Juden – Ur-Motiv des christlichen Antijudaismus – eine heidnische Fehlinterpretation des Leidens und Sterbens Jesu ist, die im absoluten Gegensatz zu den Intentionen des Apostels Paulus und der Evangelisten steht. Damit wird die konsequente Überwindung des Antijudaismus theologisch nicht nur möglich, ohne dazu etwa die christliche Selbstidentität preisgeben zu müssen, sondern zwingend: denn erst ohne Antijudaismus wäre der Christ – und mit ihm der christliche Messianismus – vollends bei sich selbst.

Eine Veranstaltung der HUmmel Antifa.


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Ornament und Verbrechen
Der protestantische Ikonoklasmus und die Gegenaufklärung

Vortrag und Diskussion mit Magnus Klaue

Dienstag, 8. November 2011 ab 20.00 Uhr in der Humboldt-Universität - Raum 2014A

Zu den gängigen Argumenten derer, die dem Protestantismus gegenüber dem vermeintlich archaischen Katholizismus ein größeres "emanzipatorisches Potential" zutrauen, gehört die Feststellung, jener habe mit dem Primat des Wortes gegenüber dem Bild und mit der Beseitigung von sinnlichem Prunk zugunsten der universalen Geltungskraft des Logos innerhalb des Christentums die Aufklärung gegenüber dem Mythos betrieben. Doch die Dialektik der Aufklärung bestimmt auch das Verhältnis von Sinnlichkeit und Geist in den beiden christlichen Konfessionen selbst. Nicht nur brach sich der Protestantismus mit der Reformation in einer barbarischen Massenbewegung Bahn, der es nicht um die Sublimierung der Sinnlichkeit zum Geist, sondern um Durchsetzung einer christlichen Volksvernunft, um Zwangsversöhnung von niedergehaltenem Trieb und autoritärem Dogma, zu tun war. Auch der protestantische Ikonoklasmus attackierte anders als das jüdische Bilderverbot das Bild nie, um dessen Bann zu brechen, sondern um das in seinem Schein aufleuchtende Versprechen von Versöhnung, das von seinem Bann freilich nicht zu trennen ist, zu exorzieren. Während in der Verherrlichung ästhetischen Scheins im Katholizismus, der immer auch überstrahlt, was er ausdrückt, die Dialektik von Bild und Begriff lebendig bleibt, vernichtet der Protestantismus mit dem Bild auch den Logos, der es zu transzendieren vermöchte. Im Hass auf das Ornamentale kündigt sich eine neue Sachlichkeit an, die mit allem Nutzlosen auch alles Lebendige aus den Herzen der Menschen tilgen möchte. Menschenfreundlich wird der Protestantismus immer nur dort, wo er der ihm eigenen Barbarei gewahr wird. Zu welcher Erkenntnis er dann fähig ist, soll an der Novelle eines der unheimlichsten Protestanten der Literaturgeschichte, an Heinrich von Kleists "Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik", veranschaulicht werden.

Eine Veranstaltung der HUmmel Antifa.


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Zur Kritik des Immergleichen:
Die Linke und der Katholizismus

Vortrag und Diskussion mit Richard Kempkens

Dienstag, 13. September 2011 ab 18.30 Uhr in der Humboldt-Universität - Raum 2002

Den politisch Engagierten in Berlin wird nicht entgangen sein, dass sich mit dem Näherrücken des Besuchs Papst Benedikts XVI. am 22. September die antikatholischen Veranstaltungsreihen verdichten, die im Fortbestehen von Kirchensteuer, Caritas und Zölibat die gravierendsten Säkularisierungsmängel unserer Zeit erblicken. Gegen den Auftritt des deutschen Papstes lassen sich auch ansonsten miteinander verfeindete Strömungen der linken und linksliberalen Öffentlichkeit mobilisieren, bietet der unwillkommene Oberhirte doch für beinahe jede AG und Initiative eine Steilvorlage. Sei es Homophobie, Sexismus, Rassismus oder - in den neuesten Aufrufen prominent an erster Stelle - Antisemitismus: dieser Kirche lässt sich, sicher nicht ohne Recht, so gut wie alles vorwerfen. Die einzelnen Punkte der langen linken Anklageschrift werden dann auch anlässlich diverser Veranstaltungsreihen und den unvermeidbar dazugehörigen Aufrufen abgehandelt. Doch ein Blick auf die implizite Absicht dieser vermeintlichen Religionskritik, auf ihre Blindstellen und vor allem auf all jenes, das der linke Atheismus nicht aussprechen kann oder will, ist lohnend. Denn der Versuch, eine treffende Kritik der römischen Kirche zu formulieren, geht gerade in Deutschland mehrere Jahrhunderte zurück und hat schon sehr früh einen spezifischen Verlauf genommen, ohne den die Konstitution der deutschen Nation, ihre Krisenlösungspräferenzen und ihre heutige postnazistische Formierung nicht zu erklären sind. Ferner soll die Frage behandelt werden, welche Rolle der Antisemitismus in der Papstkritik spielt und worum es beim Skandal um die pädophilen Priester, die "Piusbrüder" und dem Ostergebet für die Juden geht.

Richard Kempkens ist Redakteur der Zeitschrift Prodomo.

Eine Veranstaltung der HUmmel Antifa.


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Différance und Barbarei.

Zur Kritik poststrukturalistischen Denkens.
Das Programm der Maiwoche 2011 als [pdf]


Veranstaltungsreihe aus zwei Vorträgen und einem Workshop
vom 10. Mai bis 14. Mai 2011

Sein zum Tode. Martin Heidegger, Sayyid Qutb und die Aktualität der deutschen Ideologie

Vortrag und Diskussion mit Philipp Lenhard

Dienstag, 10. Mai 2011 ab 18.30 Uhr in der Humboldt-Universität - Kinosaal

Angesichts der jüngsten Revolution in Ägypten überschlugen sich die Experten und professionellen Verharmloser, der Muslimbruderschaft zu bescheinigen, sie sei "gemäßigt", "reformerisch" und keinesfalls eine Gefahr für die zu erschaffende Demokratie. Dementsprechend bemühte sich der Westen noch bevor Mubarak abgetreten war, die Muslimbruderschaft in die neue Regierung zu hieven, ganz so, als ob es dazu keine Alternative gebe. Woher kommt der Wahn, eine Organisation, die seit ihrer Gründung die weltweite Durchsetzung der Scharia auf ihre Fahnen geschrieben hat und die fast täglich zur Vernichtung Israels aufruft, unbedingt politisch einbinden zu wollen? Realpolitisch ist diese Frage nicht zufrieden stellend zu beantworten. Es kommt darauf an, Orient und Okzident, die islamische Welt und den säkularen Westen nicht als Gegensätze zu denken, sondern als durch das Kapitalverhältnis vermittelte Einheit. Nur so lässt sich erhellen, was die westliche Intelligenz - allen voran jene poststrukturalistischer Provenienz - an den Gotteskriegern so fasziniert.

Ausgangspunkt kritischer Gesellschaftstheorie ist die Reflexion auf Auschwitz als negativem Kulminations- und Umschlagspunkt einer Geschichte, die "unablässig Trümmer auf Trümmer häuft" (Benjamin). Der Holocaust war nicht das zwangsläufige Resultat einer Geschichte der Gewalt und Unterdrückung, sondern wurde möglich, weil sich die Scharfmacher und Antreiber die objektive Tendenz der Gesellschaft - die negative Aufhebung des Individuums - zueigen machten und sie den dankbaren Massen als Erlösung zu verkaufen imstande waren. Das verweist auf eine gesellschaftlich produzierte Todessehnsucht, die - so wird zu zeigen sein - in der Philosophie Heideggers ebenso wie in der politischen Theologie Sayyid Qutbs ihren radikalen Ausdruck findet. Beider Erfolg verdankt sich einer Attraktivität der Barbarei, deren prominenteste Zeugen die poststrukturalistischen Apologeten aus dem Westen sind.

Philipp Lenhard ist Redakteur der Zeitschrift Prodomo und hat soeben gemeinsam mit Alex Gruber den Band Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft (Ça Ira Verlag) herausgegeben.

 

Gegenaufklärung. Die poststrukturalistische Rehabilitierung deutscher Ideologie

Vortrag und Diskussion mit Alex Gruber

Freitag, 13. Mai 2011 ab 18.30 Uhr in der Humboldt-Universität - Raum 2002

In der akademischen Linken liegt über den Charakter der postmodernen Philosophie ein interessiertes Missverständnis vor: Dass es sich bei ihr nämlich um die legitime Nachfolgerin der Kritischen Theorie handele, ja um eine kritische Theorie auf der Höhe der Zeit. So lädt etwa die Berliner Volksbühne Žižek und Badiou zu einer Kommunismuskonferenz ein, und Alex DemiroviĆ möchte mit Foucault und Co. Marx und Adorno "wahr-sagen". Dabei waren es gerade die französischen Philosophen, auf die der Postrukturalismus als nach eigenen Angaben post-metaphysisches Denken zurückgeht, die spätestens ab den 1960er Jahren einen nationalsozialistischen Denker rehabilitierten, indem sie in vermeintlich tabubrecherischer Weise darangingen, seine Philosophie für scheinbar "emanzipatorische" Projekte nutzbar zu machen; einen deutschen Ideologen und Eigentlichkeitsphilosophen, der sich als "Führer des Führers" (Jaspers) auserkoren sah: Martin Heidegger, der spätestens mit seinem gegen Sartre gerichteten "Humanismusbrief" zum Meisterdenker der strukturalistischen und später poststrukturalistischen Theoriebildung wurde.

Foucault etwa schrieb, sein ganzes philosophisches Werden sei durch seine Lektüre Heideggers bestimmt, welche für ihn wichtiger sei als jene von Hegel und Marx, und durch die hindurch auch erst seine Nietzsche-Rezeption zu jenem Schock werden konnte, die sein weiteres philosophisches Werk bestimmen sollte. Gemäß dem Heideggerschen Programm und in Fortsetzung von dessen Nietzschekritik versteht sich der Poststrukturalismus denn auch als Bewegung zur Dekonstruktion von Metaphysik, Vermittlungsdenken und Aufklärung – als Bewegung zur Auflösung von substantieller Bestimmtheit und qualitativer Bestimmung und zur Instituierung der "Ungewissensgewissheit" (Marchart) samt der daraus resultierenden Notwendigkeit zur Dezision.

Diese Bewegung ist nicht bloß als eine des Denkens zu betrachten, sondern ideologiekritisch als selbstbewußte Rationalisierung der Irrationalität und Krisenhaftigkeit der Kapitalbewegung zu dechiffrieren. Als solche ist sie nicht bloßer Nachvollzug einer objektiven Bewegung, sondern deren identifizierende Aneignung und auf Verewigung zielende Sinnstiftung. Darin erweist sie sich als genuin deutsche Ideologie.

Alex Gruber ist freier Autor hat soeben gemeinsam mit Philipp Lenhard den Band Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft (Ça Ira Verlag) herausgegeben.

 

Jacques Derrida als Nachlassverwalter der Heideggerschen Neoontologie

Workshop mit Alex Gruber

Samstag, 14. Mai 2011 ab 12.00 Uhr in der Humboldt-Universität - Raum nach Anmeldung

"Keine meiner Untersuchungen wäre ohne den Ansatz der Heideggerschen Fragestellung möglich gewesen..." (Derrida)

In diesem Workshop soll es im Anschluss an den Vortrag vom Vorabend um die Heideggerrezeption Jacques Derridas und um die Kontinuitäten gehen, in denen Derrida selbst sich verortet. Dabei wird einerseits die seinsverliebte Aufklärungs- und Subjektkritik, die Heideggers Auseinandersetzung mit Descartes charakterisiert und andererseits der "Humanismusbrief", in dem Heidegger gegen Sartres individualistischen und subjektzentrierten Existenzialismus angeht, im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen. Die darin sich befindlichen Überlegungen zur Dezentrierung des Subjekts und seines Wahrheitsanspruches sind es, die die zentrale Grundlage der postmodernen Postulierung vom Tod des Subjekts abgeben, wie sie sich etwa in "Finis hominis", einer von Derridas expliziten Auseinandersetzungen mit Heidegger, oder in "Die différance" nachvollziehen lässt, in denen das Subjekt als bloßer Effekt des Seins gedacht ist.

Die Frage zur Stellung des Besonderen ist es denn auch, die den zentralen Unterschied zur Kritischen Theorie Adornos ausmacht, in der das Nichidentische als vermittelte und damit als reflexive Kategorie begriffen ist, während der Poststrukturalismus mit Heidegger gegen jede Vermittlung vorgeht und diese als "Logozentrismus" verwirft, als herrschaftliche Habhaftmachung und despotische Stillstellung der Differenz, welche eine (vor-)ontologische, jedem menschlichen Zutun entzogene und damit unmittelbare Kategorie sei.

Alex Gruber ist freier Autor hat soeben gemeinsam mit Philipp Lenhard den Band Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft (Ça Ira Verlag) herausgegeben.

Aufgrund begrenzter Teilnahmemöglichkeiten, bitten wir bis 30.04.2011 um Anmeldung unter maiwoche2011@gmx.net Der begleitende Reader kann, nach erfolgreicher Anmeldung, abgeholt oder zugesand werden. Für den Workshop bitten wir um einen Unkostenbeitrag von fünf Euro.

Eine Veranstaltungsreihe der HUmmel Antifa.
Das Programm als [pdf] downloaden.


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"Der Tag, als ich ins Paradies wollte. Der Weg einer lebenden Bombe"

Filmvorführung und Diskussion mit Esther Schapira

Dienstag, 1. Februar 2011 ab 18.30 Uhr in der Humboldt-Universität - Hörsaal 3094

Am 2. August 2001 stieg Mohammed Besharat an einer Haltestelle im Norden Israels in einen vollbesetzten Linienbus. Die meisten Insassen waren Jugendliche, die am "Tag der Liebenden" zu einem Musikfestival fahren wollten. Mohammed aber hielt eine Tasche mit einer Bombe in seiner Hand. Menashe Nuriel, Vater von vier Kindern, war an diesem Donnerstag der Fahrer des Busses. Als er den jungen Palästinenser wahrnahm, spürte er, dass etwas nicht in Ordnung war. Er beobachtete ihn und begriff plötzlich, was er plante. Ohne nachzudenken, drängte er den Jungen aus dem Bus und verhinderte, dass die Bombe explodierte. 54 Menschen rettete Menashe Nuriel das Leben. Der Selbstmordattentäter wurde festgenommen und sitzt seitdem in einem israelischen Sicherheitsgefängnis.

In ihrer 60-minütigen Dokumentation befragt Esther Schapira den jungen Attentäter nach seinen Beweggründen, spricht mit seiner Familie über die Rekrutierungspraxis der Terrororganisationen und widerlegt die Mär von verzweifelten Lebensumständen als Begründung von Selbstmordanschlägen. Der Film blickt gleichzeitig auf die Menschen, die beinahe Opfer geworden wären: die Familie des Busfahrers, die schon immer, aber vor allem seit diesem Tag, mit der Angst leben muss. Und die dennoch weiter für die Friedensbewegung ist und an ein friedliches Zusammenleben von Arabern und Israelis glaubt.

Esther Schapira ist seit 1995 Redakteurin für Politik und Gesellschaft sowie Ressortleiterin der Abteilung Zeitgeschichte beim Fernsehen des Hessischen Rundfunks.

Eine Veranstaltung der HUmmel Antifa


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Verratene Freiheit - Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens

Buchvorstellung mit Thomas von der Osten-Sacken

Montag, 20. September 2010 ab 18.30 Uhr in der Humboldt-Universität - Raum 1070

Es war nicht nur ein Protest gegen gefälschte Wahlen, der sich im Juni 2009 im Iran erhob, sondern ein massenhafter Aufstand einer demokratischen Revolutionsbewegung: Millionen haben sich offen gegen das iranische Regime gestellt. Doch in Europa und den USA dachte man gar nicht daran, diesen Aufstand zu unterstützen und beließ es bei Lippenbekenntnissen. "Verratene Freiheit" nimmt die westliche Iran-Politik unter die Lupe und berichtet über die Verfolgung der Opposition und von Minderheiten wie den Bahai. Die Autorinnen und Autoren aus Europa, dem Iran und den USA plädieren für einen neuen Säkularismus und gegen den "Sozialismus des 21. Jahrhunderts", wie er sich im Bündnis Ahmadinejads mit den lateinamerikanischen Linkspopulisten darstellt.

Thomas von der Osten-Sacken ist Geschäftsführer der im Nordirak tätigen Hilfsorganisation WADI e.V. - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit (www.wadinet.de), Mitherausgeber von "Verratene Freiheit. Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens" ( Verbrecher 2010) und Koautor von "Der Iran - Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer" (Studienverlag 2008).


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"Es gibt keine Dreyfusards mehr"

Redebeitrag der HUmmel Antifa auf der Kundgebung "Gegen das Bündnis der Kriegstreiber von Linkspartei und Hamas! - Solidarität mit Israel!"

Vom 12. Juni 2010

"Es gibt keine Dreyfusards mehr." schrieb der französische Philosoph Alain Finkielkraut 1987 in seinem Buch "Die Niederlage des Denkens". Darin führte er aus, wie ein vom universalistischen Anspruch der Aufklärung begründetes Denken im Zuge der Fetischisierung von als autonom und unangreifbar gesetzten Kulturen für obsolet erklärt wurde. [Weiterlesen] bzw. alle Beiträge und Grußworte [lesen].


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Gegen das Bündnis der Kriegstreiber von Linkspartei und Hamas! - Solidarität mit Israel!

Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus

Samstag, 12. Juni 2010 ab 13 Uhr auf dem Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin-Mitte

"Das darf man Israel so nicht durchgehen lassen", schäumte Gregor Gysi; der Linkspartei-Abgeordnete Wolfgang Neskovic forderte Ermittlungen gegen Israel wegen des "Anfangsverdachts eines Kriegsverbrechens"; Nader El-Saqa von der Palästinensischen Gemeinde Deutschlands e.V. bezeichnete den israelischen Angriff als "Kriegserklärung Israels an alle auf den Schiffen vertretenen Nationen". Darin sind sich die deutschen Vertreter der humanitären Sache einig mit Tayyip Erdogan, dem türkischen Ministerpräsidenten, der hinzufügte, dass Israel ein "Geschwür" im Nahen Osten sei. Noch sind Abstufungen in den Formulierungen zu hören Ð doch zieht sich eine Linie von Gysi zu Erdogan, Hugo Chavez und der iranischen Führung. Und einig sind sich auch die europäischen Regierungen mit Barack Obama: Nicht das Bündnis von Linken und Islamisten sei das Problem, sondern Israel.
Den vollständigen Aufruf [lesen].


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Die Niederlage des Denkens und der Islam

Ein Plädoyer für den Universalismus

Maiwochen 2010 - Veranstaltungsreihe aus drei Vorträgen und einem Film
vom 19. Mai bis zum 28. Mai 2010

 

Dekonstruktion und Regression, der poststrukturalistische Beitrag zur Barbarisierung der Verhältnisse

Vortrag und Diskussion mit Alexander Gruber (Wien)

Mittwoch, 19. Mai 2010 ab 18.30 Uhr in der Humboldt-Universität - Raum 1070

In seiner 1977 erschienen Schrift "Patchwork der Minderheiten", die zur Urgeschichte des poststrukturalistischen Antirassismus zu zählen ist, konzipiert Jean-François Lyotard die vom Logozentrismus befreite Gesellschaft als eine "Gruppe von heterogenen Räumen, als ein großes Patchwork aus lauter singulären Minoritäten". Die Gesellschaft, die der "différance" (Jaques Derrida) gerecht wird, ist gedacht, als ein Konglomerat von Gesetzen, Sitten und Kulturen ohne Zentrum, deren Diskurse und Praktiken per se die gleiche Wertigkeit besitzen, und die ihr Zusammenleben durch den permanenten Dialog regeln - einen Dialog der keinerlei Allgemeines kennt, da jeglicher Allgemeinbegriff metaphysische Gewalttat sei, die die Vielheit der imperialen Verfügungsgewalt eines Zentrum unterwerfe. Dementsprechend fast etwa Judith Butler Kritik an der repressiven sexuellen Zwangsmoral der islamischen Erweckungsbewegung als "kulturimperialistische Ausbeutung des Feminismus" und als Waffe, mittels derer der Westen die Erfahrung der "Dezentrierung des Subjekts" bekämpft, um sich so gewaltsam seiner Souveränität zu versichern. Die eben jener Dezentrierung entsprechende "Dekonstruktion" (Jaques Derrida) jedweden universalistischen Begriffs von Menschheit gehört zum Kernprogramm des Poststrukturalismus, das sich darin geradezu zwangsläufig gegen Israel wendet und Hamas und Hisbollah als progressive soziale Bewegungen an Board begrüßt.

 

Mohammed und Leviathan, der Beitrag des Islam zur Dekonstruktion der Souveränität

Vortrag und Diskussion mit Gerhard Scheit (Wien)

Freitag, 21. Mai 2010 ab 18.30 Uhr in der Humboldt-Universität - Raum 3094

Die Sharia verfährt mit den Menschen demonstrativ, als ob es keine Ware Arbeitskraft gäbe - der menschliche Körper daher nichts wäre, die Menschenrechte, die sich, wie alle Emanzipation bisher, jener Ware verdanken, zurückgenommen werden können - und noch in den speziellen Methoden der jeweiligen Strafen, des Quälens und der Hinrichtung, Gleichheit verweigert. Wenn sich Khomeini auf den Propheten beruft, um darzulegen, warum es einer staatlichen Autorität bedarf, sagt er nur eins: "He cut off hands, whipped and stoned." Die Gleichheit aber bildet sich immer wieder neu im Inneren jeder Gesellschaft, soweit sie Weltmarktbeziehungen hat, auf kapitalistische Tauschverhältnisse und industrielle Produktion, so beschränkt diese auch sei, angewiesen ist. Das heißt: sie muss auch immer wieder neu exorziert werden. Das zeigt sich besonders deutlich in der dreißigjährigen Geschichte der Islamischen Republik Iran, wo jede heranwachsende Generation, die mehr oder weniger deutlich im Namen der Gleichheit gegen das Regime rebelliert, das Opfer eines solchen Abwehrgefechts wird. Insofern es im Islam selber keine Vorstellungen und Begriffe mit rationalem Kern dafür gibt, warum die perhorreszierte Gleichheit aus dem Inneren der Gesellschaft stets aufs Neue ersteht, und sofern diese Religion anders als Judentum und Christentum solche Vorstellungen und Begriffe auch nicht duldet, kann sie ohne ein äußeres Feindbild gar nicht mehr auskommen, das den Zwang zur Souveränität, den man abstreifen möchte, verkörpert. Es suggeriert: gäbe es Israel und die USA nicht, die Umma könnte endlich alle Souveränität eliminieren und wäre die Gleichheit der Waren- und Rechtssubjekte los. Erst mit diesem Feindbild also bejahen die Anhänger Mohammeds vollständig, dass sie selbst keine Rechte als Gleiche in Anspruch nehmen können, weil es keinen Souverän geben darf neben dem einzig wahren.

 

Glauben lernen, über die bildungspolitische Allianz von Religion und Pädagogik

Vortrag und Diskussion mit Magnus Klaue (Berlin)

Dienstag, 25. Mai 2010 ab 18.30 Uhr in der Humboldt-Universität - Raum 3094

Theologie bezeichnet dem Wortsinn nach den Versuch, sich von Religion einen Begriff zu machen, und enthält die Möglichkeit der Religionskritik bereits in sich. Zu Beginn war Theologie Dogmatik, Selbstrechtfertigung der Religion als Lehre von der Unbefragbarkeit des Glaubens. Im Zuge ihrer Verselbstständigung als Disziplin wurde ihr ihr eigener Gegenstand problematisch, Theologie und Religion gerieten in Spannung, ja in Widerspruch zueinander. Dies jedenfalls gilt für das Christentum, vor allem für den Katholizismus, dem sich die Wahrheitsfrage anders als im Protestantismus nie in ethische Verfahrenstechnik aufgelöst hat. Als Resultat dieses Prozesses ist Theologie heute zum akademischen Fach, Religionsuntrerricht zur mal öden, mal launigen, aber meist harmlosen Freiwilligenveranstaltung geworden. Seit einigen Jahren soll dieser Prozeß rückgängig gemacht werden: Die Offensive für die Einführung eines "Ethikunterrichts" und die Initiativen zur Einrichtung islamischen Religionsunterrichts, zielen - von denselben Gruppen betrieben - gleichermaßen darauf, Theologie bzw. ihre Verfallsformen wieder unmittelbar in autoritäre Gemeinschaftskunde zu verwandeln. Weshalb sich AtheistInnen, ProtestantInnen und MuslimInnen für dieses Projekt besser eignen als KatholikInnen, und warum das deutsche Schulsystem dessen idealer Ort ist, möchte der Vortrag zu erklären versuchen.

 

Yol (Der Weg) von Yilmaz Güney

Film und Diskussion

Freitag, 28. Mai 2010 ab 18.30 Uhr im SBZ Krähenfuß [Ostflügel der Humboldt-Universität]

Yol ist ein Film, 1982 zwei Jahre nach dem Militärputsch in der Türkei fertig gestellt, der die Geschichte von fünf Männern erzählt, die sich während ihres Hafturlaubes in ihre, im mehrheitlich kurdischen Südosten des Landes gelegenen, Heimatorte aufmachen. Das ganze Land befindet sich im Ausnahmezustand und die Fünf müssen damit fertig werden, dass sich vieles verändert hat, während sie hinter Gittern saßen. Die Männer sind keine politischen, sondern kriminelle Gefangene und es geht auch nicht um politischen Widerstand, sondern um den ganz normalen islamischen Alltag. Es geht um Ehebruch, Ehrenmord, Zwangsverheiratung und die Unterdrückung von Frauen. Die Redaktion Bahamas hat den Film nach Jahrzehnten wieder bekannt gemacht und in den letzten Jahren in verschiedenen Städten gezeigt. Justus Wertmüller schreibt: "Die Protagonisten stehen in ihren Heimatorten scheinbar unüberwindbaren Zwängen letztlich machtlos gegenüber und zerbrechen daran. Nicht das Gefängnis, dem sie kurzfristig entkommen sind [...] ist ihr größtes Problem. Als das wahre Gefängnis stellt sich ihnen nämlich eine Gesellschaft dar, in der Clanstrukturen und religiös geprägte Moral jeden Versuch vereiteln, ein individuelles, in Grenzen gar sinnlich erfüllteres Leben zu entfalten." "Yol" ist ein kurdischer Film, er klagt die Militärherrschaft an, vollzieht aber zugleich die notwendige und vernichtende Kritik am kurdischen Nationalismus. Justus Wertmüller schreibt sogar, "Er ist die Denunziation jeden Kulturrelativismus im Namen unterdrückter Völker." Teilweise heimlich in der Türkei gedreht, fesselt dieser Film von Yilmaz Güney durch seine Bilder, die behutsame Zeichnung der Landschaft, durch die nahezu naive Einfachheit seiner allegorischen Filmsprache und sein Einfühlungsvermögen für Menschen und Milieus. Nicht zuletzt die momentanen Entwicklungen in türkischer Politik und Gesellschaft, deren Verhältnisse den Einzelnen mitunter ausweglos erscheinen müssen, verleihen diesem Film Aktualität, sehenswert ist er allemal.

 

Eine Veranstaltungsreihe der HUmmel Antifa
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"If I can't dance..."

Soliparty für antifaschistische Politik an der Humboldt-Universität zu Berlin

Samstag, 24. April 2010 ab 22 Uhr im Café Morgenrot
[Kastanienallee 85 in 10435 Berlin-Prenzlauerberg]

 

Line up:

provokatze
[electric pop]


uli
[kiezdisco progressiv remixed]


miss rottenmeier
[perlen der unterhaltungskunst]


flachlandoptik
[ampl:tude / postpunk, elektronik und bekloppte übergänge]


 

 

 

 

Eine Veranstaltung der HUmmel Antifa.
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Zwischen allen Stühlen:
Lebenswege des Journalisten Karl Pfeifer

Filmvorführung mit Karl Pfeifer

Mittwoch, 3. Februar 2010 um 18.30 Uhr im SBZ Krähenfuß
[Ostflügel der Humboldt-Universität zu Berlin]

 

1938 flüchtet Karl Pfeifer als Zehnjähriger mit seiner Familie aus Österreich, zunächst nach Ungarn. Vier Jahre später erreicht er Palästina mit einem der letzten Kindertransporte des Hashomer Hatzair. Er lebt im Kibbuz, kämpft im Israelischen Unabhängigkeitskrieg und kehrt Anfang der 50er Jahre nach Österreich zurück.

"In Österreich angekommen musste ich bei der Staatspolizei vorsprechenÉ Heimkehrer seien in Österreich nur die, die in der Wehrmacht bzw. in der Waffen SS gedient haben."

Der Film begleitet Karl Pfeifer an zentrale Orte seines Lebensweges. Orte, an denen er antisemitischen Angriffen ausgesetzt war. Orte, an denen er seine politischen Einstellungen schärfte. Seinen Lebenswegen zu folgen bedeutet jedoch auch den Bahnen und Verstrickungen des österreichischen Antisemitismus zu folgen.

 
Ein Film von Daniel Binder, Mary Kreutzer, Ingo Lauggas, Maria Pohn-Weidinger, Thomas Schmidinger. (87 min)

Eine Veranstaltung der HUmmel Antifa.


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"Fight for Freedom!"
Die Legende vom "anderen Deutschland"

Buchvorstellung mit Jan Gerber und Anja Worm

Freitag, 22. Januar 2010 um 19.00 Uhr Raum 3075
Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin

 

"Nach der ersten deutschen Niederlage", so erklärten Curt Geyer und Walter Loeb 1942, "wurde der Welt die Lüge von der deutschen Unschuld aufgetischt. Die Welt wurde eingeladen zu glauben, dass Deutschland angegriffen wurde und dass es das Schwert zu seiner eigenen Verteidigung gezogen hat. Eine zweite Lüge wird derzeit für den universellen Gebrauch vorbereitet, die Lüge, dass das deutsche Volk an diesem Krieg unschuldig ist." Während die erste Lüge inzwischen weitgehend vergessen ist, hat die zweite nach wie vor Bestand. Die Legende vom "anderen Deutschland" war eine der ideologischen Gründungsvoraussetzungen der Bundesrepublik und der DDR. Sie gehört bis heute zum geschichtspolitischen Repertoire der Berliner Republik.

Curt Geyer, Walter Loeb und die Mitglieder der "Fight-for-Freedom"-Gruppe zählen zu den Wenigen, die dieser Legende schon in den frühen 1940er Jahren, im britischen Exil, entgegentraten. Mit antideutschen Schriften unterstützten sie Sir Robert Vansittart, Mitglied des britischen Oberhauses und Publizist - und neben Henry Morgenthau bis heute einer der meistgehassten Männer in Deutschland.

Jan Gerber und Anja Worm, die die zentralen Texte des "Fight-for-Freedom"-Kreises erstmals in deutscher Übersetzung herausgegeben haben, stellen in ihrem Vortrag nicht nur die Aktivitäten, Schriften und Reflexionen dieser Gruppe vor. Sie hinterfragen zugleich die Rede vom "anderen Deutschland". Warum konnte die Vorstellung, der Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg und Auschwitz seien den Deutschen gegen ihren Willen von einer kleinen Clique Wahnsinniger aufgezwungen worden, wirkungsmächtig werden? Welche Bedürfnisse bedient die Rede vom "anderen Deutschland"? Warum wurde die "Fight-for-Freedom"-Gruppe also trotz ihrer erfolgreichen publizistischen Aktivitäten in Großbritannien und der zahllosen Angriffe, mit denen sie von Seiten des arbeiterbewegten Exils - vom damaligen SAPler Willy Brandt über den Kommunisten Jürgen Kuczynski bis hin zu den Sozialdemokraten Friedrich Stampfer und Erich Ollenhauer - bedacht wurde, sowohl in der deutschen Öffentlichkeit als auch im Wissenschaftsbetrieb über Jahrzehnte hinweg ignoriert?

Jan Gerber und Anja Worm sind Herausgeber des Bandes Curt Geyer, Walter Loeb u.a.: Fight for Freedom! Die Legende vom "anderen Deutschland" (Freiburg: Ça Ira 2009).

Eine Veranstaltung der HUmmel Antifa.


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In Memoriam Theo Van Gogh

"Der Tag, als Theo van Gogh ermordet wurde"
Ein Film von Esther Schapira und Kamil Taylan

Montag, 2. November 2009 um 18.30 Uhr im SBZ Krähenfuß
[Ostflügel der Humboldt-Universität zu Berlin]

 

Nach Ausstrahlung des Films "Submission" über die Unterdrückung der Frau durch den Islam erhielt der Regisseur Theo van Gogh verstärkt Morddrohungen. Am 2. November 2004 wurde er gegen neun Uhr in der Amsterdamer Linnaeusstraat ermordet. Eine öffentliche Hinrichtung.

Van Gogh war mit dem Fahrrad unterwegs zu seinem Büro, als ihn ein Mann auf einem Fahrrad einholt und sofort auf ihn zu schießen beginnt. Van Gogh versucht noch, auf die andere Straßenseite zu flüchten. Er fleht den Mörder noch an, ihn zu verschonen, aber der Mann schießt weiter. Dann schneidet ihm der Attentäter die Kehle durch und heftet mit einem Messer ein fünfseitiges Bekennerschreiben an den Körper. Nach der Tat flüchtet der Täter. Später wird er von der Polizei nach einem Schusswechsel verletzt festgenommen. Der Attentäter ist der zum Tatzeitpunkt 26 Jahre alte Amsterdamer marokkanischer Herkunft, Mohammed Bouyeri, der in den Niederlanden geboren wurde und aufgewachsen ist. Er besitzt die marokkanische und niederländische Staatsbürgerschaft und galt als gut integriert. War es also ein überraschender Amoklauf, die tragische Tat eines psychisch gestörten jungen Mannes?

Esther Schapira schildert in ihrem Dokumentarfilm die Hintergründe dieser öffentlichen Hinrichtung. Sie geht den Spuren des Mörders nach und findet heraus, dass es sich bei Mohammed Bouyeri keineswegs um einen Einzeltäter handelt, sondern dass er einer unter Beobachtung des niederländischen Geheimdienstes stehenden Terroristenzelle angehörte. Bouyeri hatte Kontakte bis in die oberen Ebenen der Al Quaida. Esther Schapira zeigt aber auch, dass der Mord an van Gogh eigentlich Aryan Hirsi Ali, einer holländischen Abgeordneten, Frauenrechtlerin und Feministin aus Somalia galt, die mit van Gogh zusammen den Film "Submission" entwickelt hatte.

Mit Theo van Gogh wurde nicht nur ein umstrittener Filmemacher ermordet, sondern auch der Freiheit des offenen Wortes der heilige Krieg erklärt. 'Ein Mord wie der an Theo', sagt einer seiner besten Freunde im Film, 'ist wirkungsvoller als jeder große Anschlag mit 200 Toten. Dieser eine Anschlag hat das Leben sofort verändert, denn jetzt traut sich keiner mehr so offen seine Meinung zu sagen wie früher.'

'Der Tag als Theo van Gogh ermordet wurde' ist eine beklemmende Dokumentation über die erschreckende internationale Vernetzung des islamischen Terrors und die zunehmende Angst, die Menschen verstummen und die Gefahr herunterspielen lässt.

'Der Tag als Theo van Gogh ermordet wurde' spielt in Holland - aber das ist Zufall, denn er hätte überall in Europa spielen können. Dieser Film geht...sagen wir: alle an...

Eine Veranstaltung der HUmmel Antifa
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Maiwoche 2009 - Kritik unerwünscht?

Islamkritik und die Debatte um "antimuslimischen Rassismus"

Veranstaltungsreihe aus drei Vorträgen und einer Podiumsdiskussion
vom 7. Mai bis zum 16. Mai 2009

 

Islamkritik gegen deutsche Ideologie

Die diesjährigen Maiwochen setzen sich unter dem Titel "Kritik unerwünscht?" mit dem Islam und seinen linken Verteidiger_innen auseinander.

Wenn Islamisten auf institutioneller Ebene versuchen Kritik am Islam per se als Rassismus zu brandmarken, so z.B. geschehen auf der UN Konferenz gegen Rassismus in Durban 2001, sind sie damit nicht allein. Auch Linke debattieren gerne über "antimuslimischen Rassismus" oder "Islamophobie" und tragen so dazu bei, dass man nicht gegen den Islam und die in seinem Namen verübten Grausamkeiten redet, sondern nur noch darüber lamentiert, was man alles nicht sagen darf, um ja nicht des Rassismus, Sexismus oder Eurozentrismus verdächtig zu werden. Schlechterdings offenbaren die dabei gegen Islamkritker_innen erhobenen Vorwürfe des Rassismus nicht selten die rassistischen Denkmuster derjenigen, die sie erheben, wenn z.B. Steinigungen von Ehebrecherinnen oder Genitalverstümmlungen als kulturelle Eigenarten verteidigt werden, oder den unter islamischer Herrschaft stehenden Menschen die Möglichkeit der Emanzipation abgesprochen wird.

Wenn jedoch vermeintliche Kritik so offensichtlich in ihr Gegenteil umschlägt und ihren Gegenstand statt ihn zu zerstören reproduziert, dann kann dies nicht durch Unwissenheit erklärt werden, sondern lässt auf tiefere Motive schließen.

Antirassismus und Antisexismus, die ohne die Aufklärung und das von ihr geforderte mündige Individuum unmöglich wären, wenden sich so gegen ihre eigene Grundlage indem sie für die islamischen Feinde des individuellen Glücks das Wort ergreifen. Wenn das Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin eine Konferenz unter dem Motto "Feindbild Moslem - Feindbild Jude" veranstaltet, ist das nicht nur eine Relativierung des Antisemitismus und eine Verhöhnung seiner Opfer, sondern auch eine intellektuelle Kapitulation vor seinem Gegenstand. Dem wollen wir in den Maiwochen eine Kritik des Islams und seiner linken Verteidiger_innen entgegensetzen.

 

Eine Veranstaltungsreihe der HUmmel Antifa, unterstützt u.a. von: Jungle World.
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Review

In Europa tobt der Mob ! (Jan 09)

Vor der Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin wurde ein Wachmann mit einer Eisenstange angegriffen und verletzt. Dieser Vorfall steht nicht allein. In ganz Europa kam es in der letzten Zeit verstärkt zu antisemitischen Angriffen... [weiterlesen] oder direkt als[pdf] downloaden.


"Wenn zwei sich streiten, ist Israel Schuld!" (Jan 09)

Im Gazastreifen führt die israelische Armee seit dem 27. Dezember 2008 die militärische Operation "Gegossenes Blei" durch. Ziel ist es, gegen Einrichtungen der islamistischen Terrororganisation Hamas vorzugehen und den seit acht Jahren andauernden Raketenbeschuss Südisraels zu stoppen. Seit Beginn der Kampfhandlungen wird Israel nahezu von allen Seiten für sein Vorgehen in schärfster Form kritisiert...
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NGO Monitor (Okt 08)

Das Script von unserer Veranstaltung über das israelische Projekt 'NGO monitor' und die Durban Conference I und II ist hier nachzulesen oder direkt als [pdf] downloaden.


Zivilisationssymptom Dalai Lama (Okt 08)

Die Flugschrift gegen den Besuch des Dalai Lamas in der O2 World in Berlin ist hier nachzulesen oder direkt als [pdf] downloaden.


Neue Homepage (Okt 08)

Seit Oktober 2008 haben wir eine neue Homepage. Leider ist sie noch nicht ganz fertig, so dass einige alte Texte von uns zur Zeit nicht zugänglich sind. Habt Geduld und versucht es zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal. In dringenden Fällen könnt ihr uns auch schreiben und wir mailen euch den entsprechenden Text zu.


 
 
 
 
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